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Rechenschwäche - Ursachen & Symptome

Die Schwierigkeiten der Kinder mit Rechenschwäche können individuell sehr unterschiedlich sein. Allgemein lässt sich sagen, dass Kinder mit Rechenschwäche zählen statt zu rechnen, weil ihr abstraktes Vorstellungsvermögen schlecht ausgeprägt ist und sie deshalb Probleme haben, sich Mengen oder Abstände zwischen den Zahlen vorzustellen. Es fällt ihnen schwer, eine Verbindung zwischen abstrakten Zahlen (bzw. geschriebenen Ziffern) und konkreten Mengen herzustellen.

Sie benutzen beim Rechnen sehr lange und oft heimlich die Finger und verrechnen sich beim Addieren und Subtrahieren oft um eine Zahl, weil sie die Ausgangszahl mitzählen. Manchmal fällt ihnen das Multiplizieren leichter als das Addieren und Subtrahieren, weil sie das kleine Einmaleins wie vieles andere auswendig lernen.

Oft haben sie Schwierigkeiten mit dem räumlichen Vorstellungvermögen, was sich besonders im Bereich Geometrie bemerkbar macht, aber generell die Vorstellung der Zahlenräume, der Reihenfolge von Zahlen und der Abstände zwischen den Zahlen erschwert.

Symtpome

Weitere Anzeichen für eine mögliche Rechenschwäche können z.B. sein:
• Das Kind hat Schwierigkeiten beim Unterscheiden von rechts und links
• Begriffe wie größer / kleiner, doppelt so viel / halb so viel fallen schwer
• Das Kind hat Schwierigkeiten beim Lesen von Uhren mit Zeigern
• Es hat Probleme beim Rechnen mit Maßeinheiten
• Es schreibt Zahlen lauttreu, also z.B. „vierhundertfünfzehn“ als 40015
• Es erkennt nicht, wenn seine Ergebnisse gar nicht stimmen können
• Intensives Üben und Wiederholen führt zu keinen sichtbaren Fortschritten

Ursachen

Rechnen ist ein sehr komplexer Vorgang, an dem mehrere Gehirnregionen beteiligt sind. Daher kommen als mögliche Ursachen der Rechenschwäche auch mehrere unterschiedliche Faktoren in Frage. Hier sind zunächst neurologische Ursachen zu nennen, die meist genetisch bedingt sind, aber auch pränatal oder frühkindlich erworben sein können. Dies ist vor allem ein schlecht ausgeprägtes abstraktes Denk- und Vorstellungsvermögen, wobei Schwierigkeiten in den Bereichen logisches Denken, Konzentrationsfähigkeit oder Kurz- und Langzeitgedächtnis noch hinzu kommen können. Oft sind auch Probleme im Bereich der visuellen oder auditiven Wahrnehmung sowie der räumlichen Wahrnehmung bzw. des räumlichen Vorstellungsvermögens zu beobachten, teilweise auch Störungen im taktilen bzw. motorischen Bereich. Manchmal kommen auch sprachliche Verständnisschwierigkeiten dazu. So verwechseln einige Kinder immer wieder Begriffe wie „Addieren“, „Subtrahieren“, „Produkt“ usw., was dann automatisch zu Fehlern beim  Rechnen führt.

Verstärkt werden solche Schwierigkeiten häufig durch Prüfungsangst, geringes Selbstvertrauen, permanente Misserfolge, Unverständnis und Ungeduld bei Eltern und Lehrern, Belastungen in der Familie oder Hänseln durch Mitschüler.

Auch das Vorschreiben der Rechenwege in der Schule, ein sehr früher Übergang von konkreten anschaulichen Darstellungen von Mengen und Zahlen zu abstrakten Darstellungen, Lücken bei den Grundlagen des Rechnens und fehlende Vorstellung bezüglich der praktischen Nützlichkeit und Anwendung sind Faktoren, die zum Entstehen einer Rechenschwäche zusätzlich beitragen können.
Vor allem das verbindliche Vorgeben der Rechenwege ist unserer Erfahrung nach für viele Kinder sehr ungünstig, weil die mathematischen Denkprozesse individuell, aber auch kulturell sehr unterschiedlich sind.