Lernhilfe statt Nachhilfe

Es kann vorkommen, dass ein Schüler einen fachlichen Stoff inhaltlich tatsächlich nicht versteht und zusätzlich zum Unterricht Erklärungen in Form von Nachhilfe benötigt, z.B. wenn es um bestimmte Zusammenhänge in Fächern wie Mathematik, Physik oder Chemie geht.

Bei Schulproblemen und schlechten Noten in anderen Fächern, z.B. in Deutsch, Fremdsprachen oder „Lernfächern“ wie Biologie, Geschichte oder Erdkunde sollten jedoch zunächst die Ursachen für die Verschlechterung der Schulleistungen geklärt werden. Es geht hier i.d.R. nicht vordergründig darum, dass die Schüler den Stoff nicht begreifen. Meistens ist es vielmehr eine Frage von mangelnder Konzentration, ungünstigen Lerntechniken, schlechtem Textverständnis, fehlenden oder vergessenen Grundlagen wie Vokabeln oder Grammatik in Fremdsprachen, zu wenig Übung durch zu geringe Motivation oder Vergessen bereits gelernten Stoffs z.B. aufgrund fehlenden Interesses.

Aber auch in Fächern wie Mathematik helfen mehrfache Erklärungen oder Wiederholungen desselben Stoffes nicht unbedingt weiter. Auch hier ist die psychologische Diagnostik vor und im Verlauf des Lerntrainings entscheidend. Oft entstehen Probleme im Fach Mathematik durch Schwierigkeiten in den Bereichen Konzentration, logisches Denken, abstraktes Denken oder räumliches Vorstellungsvermögen. Vor allem bei Mädchen ist auch häufig ein zu geringes Selbstvertrauen an Misserfolgen im Fach Mathematik mit Schuld. Nach wie vor hält sich teilweise die Vorstellung, Mädchen seien im mathematischen Bereich weniger begabt als Jungen und wird dann auch von Mädchen oft übernommen („Mathe kann ich einfach nicht!“). Sollte dagegen eine wirkliche Rechenschwäche vorliegen, führen wir mit den Schülern ein entsprechendes psychologisches Rechentraining durch.

Das Learn2Learn-Training

Wir haben zudem die Erfahrung gemacht, dass viele Schüler in einem Nachhilfe-Unterricht nach vielen Erklärungen zwar irgendwann den Eindruck haben, den Stoff nun verstanden zu haben, ihn in der Klassenarbeit aber dann doch nicht wiedergeben bzw. anwenden können, weil sie ihn nicht selbst aktiv durchdacht haben und zu wenig Sicherheit haben, wenn sie in der Prüfung auf sich alleine gestellt sind. Es ist uns deshalb in unserem Learn2Learn-Lerntraining sehr wichtig, dass die Schüler sich selbst aktiv mit dem Lernstoff auseinandersetzen und zu eigenen Lösungen bzw. Erkenntnissen kommen. Auch das Simulieren der Prüfungssituation während des Learn2Learn-Trainings hat sich neben vielen anderen Methoden als sehr hilfreich erwiesen.

Wir beziehen deshalb den aktuellen Schulstoff der Schüler in der Regel in das Training mit ein, um Lerntechniken gleich anhand des Schulstoffes umzusetzen, um Klassenarbeiten gezielt vor- und nachzubereiten und um eventuell bestehende fachliche Lücken zu schließen.

„Fachliche Lernhilfe“ in Fächern wie Deutsch, Mathematik und Englisch ist deshalb bei Bedarf Bestandteil des Learn2Learn-Trainings (auch bei der Vorbereitung der Schüler auf Prüfungen wie z.B. Realschulabschlussprüfungen). Je nach Standort wird auch das Einbeziehen von Unterrichtsstoff in anderen Fächern wie z.B. Latein, Französisch o.ä. angeboten.

Wir wollen jedoch weniger „nachhelfen“, sondern den Schülern vielmehr eigenständiges aktives Lernen gemäß ihrem Lerntyp, der für sie am besten geeigneten Lerntechniken sowie ihrer Persönlichkeit ermöglichen.